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Bergführerei im Haslital

Als Wiege der Führerei gilt die Grimsel. Von hier unternahmen Gletscherforscher wie Louis Agassiz und Josef Hugi mit Hilfe von einheimischen Jägern und Hirten erste Erkundungsfahrten und Besteigungen in die bis dahin unbekannten Berner Alpen. Berge und Pässe wie Scheuchzer-, Agassiz-, Studer- und Grunerhorn sowie der Hugisattel sind Zeugen dieser Zeit. 

Ein Pionier der ersten Generation war Melchior Anderegg, 1827–1914, Zaun. International kannte man ihn als «King of the Guides». Sein Repertoire an Erstbesteigungen ist umfangreich. Jakob Anderegg, Meiringen, 1827–1878, etwas weniger berühmt als sein Vetter Melchior,  war «ein Draufgänger bei dem Vorsicht durch Abwesenheit glänzte» (Zitat Leslie Stephens). 

Während den Jahren von 1854 – 1865 wurden die Mehrzahl der Viertausender und markanteren Dreitausender bestiegen. Im Goldenen Zeitalter waren es vor allem Engländer, mit denen unsere Vorfahren die Alpen erschlossen. Meiringen war damals als Talort sehr gefragt und bekannter als Grindelwald. Als nach dem Dorfbrand von 1891 Meiringen wieder aufgebaut wurde, finanzierten dies zum Teil auch die englischen Gäste der Hasliführer. 

Die zweite Generation prägten unter anderen Johann Fischer, Zaun, 1834 – 1874, mit seinen Erschliessungen im Mont-Blanc-Gebiet und Andreas Maurer, Meiringen, 1842 –1882, als Erstbegeher des Biancograts an der Bernina und erster Schweizer Auslandführer. Zur selben Liga gehörte Johann Jaun, Zaun, 1843 –1921. Von ihm stammt das Zitat: «Ma möös nid nummen gahn, ma möös o em umhi chun».

Im Jahre 1940 wurde von Arnold Glatthard die weltweit erste Bergsteigerschule im Haslital gegründet. Arnold Glatthard war hauptsächlich im Rosenlaui-  und Steingletschergebiet tätig. In der Blütezeit der Bergsteigerschule zwischen 1950 und 1960 besuchten viele amerikanische Gäste die Ausbildungen der Bergsteigerschule. Einer der vielen Gäste der Bergsteigerschule war Sherpa Tensing, den Arnold Glatthard bei seinen Besuchen in Indien und im Himalaya kennengelernt hatte. 

Ein weiterer bekannter Gast war Conan Doyle, der grossen Anteil daran hat, dass viele Engländer die Bergsteigerschule besuchten. Conan Doyle war einer der ersten Skitourer. Bei seinen zahlreichen besuchen im Haslital entdeckte er den Reichenbachfall, wo in seiner Geschichte „Sherlock Holmes – Der letzte Fall“ das spektakuläre Ende zwischen  Professor Moriarty und Sherlock Holmes stattfand.  Im Jahre 1980 gab Arnold Glatthard die Bergsteigerschule weiter.

Inzwischen ist der Bergführer ein vom Bundesamt für Berufsbildung und Technologie anerkannter Beruf. Auch heute noch engagieren sich ausgewählte Haslitaler Bergführer aktiv bei der Schweizerischen Bergführerausblidung.

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